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Die Funktion von Krisen und Problemen

Die wissenschaftliche Weltsicht vermittelt dem rational isolierten Verstand ein Gefühl von Kontrolle, das tatsächlich aber eine Illusion ist. Der Preis dieser Kontroll-Illusion sind zunehmende Probleme und Krisen. Die ungelösten Probleme stauen sich immer weiter auf, bis es irgendwann zu einem Kollaps kommt. Krisen und Probleme haben eine Funktion: Sie weisen auf Fehler in der Weltsicht hin. Sie wachsen so lange weiter, bis die Irrtümer entweder erkannt werden oder es zu irgendeiner Art von Zusammenbruch kommt. Man kann die Gesetze eines Systems, von dem man ein Teil ist, nicht dauerhaft ignorieren, ohne entweder aus dem System herauszufallen oder das System zu zerstören. Das ist die Übertragung des indirekten Beweises aus der Mathematik auf die Realität: In der Mathematik geht man beim indirekten Beweis von einer falschen Idee aus und schlussfolgert so lange aus der Idee, bis man auf einen Widerspruch stößt. In der Realität richtet man sein Verhalten nach einer falschen Idee aus und hält so lange an der falschen Idee fest, bis die daraus resultierenden Krisen und Probleme in einem Zusammenbruch münden. Alternativ kann man natürlich auch schon vor dem Zusammenbruch die falschen Ideen durch Erkenntnis korrigieren.

Die einzige absolute Wahrheitsinstanz ist nicht der wissenschaftliche Beweis, sondern nur die Realität selbst. Wahr ist, was praktisch funktioniert.

nächstes Kapitel: Die Macht der Experten (Kollektive Irrtümer)