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Die Illusion von Kontrolle

Es fehlen dem Verstand im Zustand der "rationalen Isolation" 3 wichtige Informationsquellen, die nur über die nicht-rationalen Teile der Psyche zugänglich sind:

  1. instinktiver Verhaltensantrieb
  2. innere Wahrnehmung von Aspekten der Realität, die nicht über die äußeren Sinnesorgane zugänglich sind (nicht-materielle Aspekte der Realität)
  3. Erkenntnisprozess

Diese Wissenslücke ist so groß, dass der Verstand seine Aufgabe nicht wirklich zufriedenstellend erfüllen kann. Solange er aber den Ausweg aus der rationalen Isolation nicht kennt, versucht der Verstand das Defizit irgendwie anders zu kompensieren:

  1. Es werden Konzepte gebildet für Situationen, die besser ohne rationale Beteiligung komplett spontan dem instinktiven Verhaltensantrieb folgend ablaufen würden.
  2. Es werden Konzepte über ihren Gültigkeitsbereich hinaus ausgedehnt und auf Situationen angewendet, für die sie nicht passen. Auf diese Weise wurde der wissenschaftliche Ansatz von einem partiell funktionierenden Erkenntnis-Prinzip zu einer dogmatischen Weltsicht verallgemeinert. Ein partiell funktionierendes Konzept wurde auf Bereiche der Realität ausgedehnt, für die es nicht funktioniert.
  3. Es werden Widersprüche und Bereiche von Unwissen aus der Wahrnehmung einfach ausgeblendet, die mit den bekannten Erkenntnis-Werkzeugen nicht überwunden werden können. So ist es zu erklären, dass Hunderttausende Wissenschaftler an einer Evolutionstheorie festhalten, die nicht im Ansatz plausibel ist (Widerspruch zwischen Weltsicht und Realität) und dass Hundertausende Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Verhalten und unheilbaren/chronischen Krankheiten übersehen (selektiv manipulierte Wahrnehmung). Und nur so ist es auch zu erklären, dass die Betroffenen selbst den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und ihrer Erkrankung nicht wahrnehmen.

Anstatt die Defizite klar zu sehen, erschafft sich der Verstand eine Illusion von Kontrolle und die wissenschaftliche Weltsicht bildet dafür die Grundlage: "Wir wissen vielleicht noch nicht alles, aber wir werden den Rest auch noch auf die exakt gleiche Art und Weise herausfinden." Das ist die Illusion, die diese Weltsicht am Leben erhält. In diesem Weltbild ist der Verstand die einzige und höchste intelligente Instanz, die über eine dumme Naturgesetz-gesteuerte Welt regiert. (Dass man die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, das man selbst ist, in diesem Weltbild nicht annähernd plausibel erklären kann, wird dabei großzügig übersehen.) Natürlich hat das auf rationaler Ebene eine hohe Anziehungskraft. Das ist der Grund, warum so viele Menschen so vehement an dieser Weltsicht festzuhalten versuchen, obwohl die ausufernden Probleme und Krisen klar zeigen, dass es nicht funktioniert.

Wenn man beginnt, den Erkenntnisprozess die ersten Male anzuwenden, bedeutet das vor allem, die Illusion von Kontrolle zunächst erst einmal aufzugeben, um sich einem Prozess auszuliefern, den man noch nicht einmal erklären kann. Falls man es aber dennoch tut, erhält man über kurz oder lang ein Gefühl von Kontrolle zurück, das dann keine Illusion mehr ist.

nächstes Kapitel: Die Funktion von Krisen und Problemen (Kollektive Irrtümer)